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NABU - Hessen fordert Baustopp A 49

PRESSEMITTEILUNG NR 40/20  |  22. SEPTEMBER 2020

 

 

Baurecht heißt nicht Baupflicht

 

NABU Hessen fordert sofortigen Baustopp der Autobahn A49

 

Wetzlar – Der NABU Hessen fordert Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf, den Weiterbau der A49 und die dafür geplante Rodung des Dannenröder Waldes und des Herrenwaldes zu stoppen. „Wir brauchen ein Umdenken in der Verkehrspolitik. In Zeiten des Klimawandels passt es nicht mehr, weitere Autobahnen zu bauen und dafür zusammenhängende Waldgebiete zu opfern“, erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Vordringliche Aufgabe der Landesregierung sei es, sich öffentlich gegen den Weiterbau der A49 auszusprechen und bei der Bundesregierung einen Baustopp zu erwirken.

 

In der Klimakrise müsse es darum gehen, Wälder als Kohlenstoffsenken zu schützen und die Erderwärmung nicht weiter anzuheizen. „Der Autobahnbau lässt sich mit zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses nicht mehr rechtfertigen“, so Eppler. Mit dieser Begründung war die Trassenführung der A 49 durch das europäische Schutzgebiet „Herrenwald“ genehmigt worden. Deshalb müsse der Weiterbau noch einmal auf den Prüfstand.

 

Zum öffentlichen Interesse in Zeiten des Klimawandels gehöre es, weniger klimaschädliches CO2 auszustoßen, die Trinkwasserschutzgebiete im Dannenröder und Herrenwald nachhaltig zu sichern, die weitere Flächenversiegelung zu stoppen und Wälder geschlossen zu halten. „Die Verkehrspolitik der Zukunft muss stärker auf den öffentlichen Nah- und Fernverkehr ausgerichtet werden“, erläutert Eppler. Ob Hessen wirklich bereit sei, eine Verkehrswende einzuläuten, erweise sich nur im konkreten Fall. 

 

Bei Rückfragen:

Mark Harthun

Fachbereichsleiter Naturschutz

Tel.: 06441-67904-16

Mobil: 0170-3652404

 


Der Vorstand der NABU Gruppe Marburg unterstützt
mehrheitlich die Forderung des NABU
Landesverbandes nach einem Baustopp der A49.

 

Abweichend davon gibt es verständlicherweise auch andere Standpunkte zu dieser Position.  ...

...

Thomas Lauer in seinem Schreiben an den

NABU Landesvorstand Hessen:

Hallo, Herr Harthun,

 

 

als direkt von der A49 betroffener Anwohner und NABU Mitglied bin ich mehr als erstaunt und verärgert über diese Pressemitteilung. Nach langjähriger Diskussion über unterschiedliche Trassenführungen wurde erst vor wenigen Jahren diese auch für die Natur verträgliche Lösung erarbeitet und über alle Gremien hin genehmigt. Selbstverständlich bedeutet eine neue Straße an der einen Stelle ein Verlust, dafür wurden aber auch viele hochwertige Ausgleichsmaßnahmen realisiert an deren Entwicklung hat sich auch der NABU beteilig hatte. Die immense Bedeutung dieses Lückenschlusses der A49 für eine industriell geprägte Region wie Stadtallendorf kann nicht ernsthaft bestritten werden. Eine Verkehrswende wird auch nicht dadurch gefördert indem man längst überfällige Straßenneubauten zu verhindern versucht. Der Verkehr wird bleiben, aber dessen Emissionen können kurzfristig nur durch eine optimierte Verkehrsführung erheblich reduziert werden. Auch wenn mittelfristig die Abkehr von fossilen Energieträger erfolgen muss, wird dies nichts an der Notwendigkeit von Straßen ändern.  Indem mit einer solchen Pressemittelung einem scheinbaren Mainstream gefolgt werden soll, hier vor Ort punkten sie damit nicht. Der einzige Grund dafür, dass ich noch nicht aus dem NABU ausgetreten bin ist die Zuversicht, dass dieser Lückenschluss fristgerecht fertiggestellt wird. Der jetzige von außen herangetragene und vor Ort nicht unterstützte Protest gegen den Lückenschluss der A49 wird nur schwerlich Erfolg haben.

 

Mit freundlichen Grüßen:

Thomas Lauer,   Stadtallendorf, 13.10.2020