Pressemitteilung:

Wasserbehälter Pharmaserv -

Unseren Wäldern können keine weiteren Belastungen zugefügt werden !

Diese Pressemitteilung wurde am 18.8.2020 an die Oberhessische Presse übermittelt.

Die Berichterstattung der OP siehe unten...

Foto: D.Gabrian

 

 

 

V.l.n.r.: Renate Bastian, Fraktionsvorsitzende Marburger Linke; Dr. Anne Archinal, Aktionsgemeinschaft “Rettet den Burgwald“, Henner Gonnermann BUND, Reinhard Grenz, Michelbach; Hartmut Möller, NABU-Marburg; Christian Bubel, Kreistagsfraktion Die Linke; Eberhard Lübbeke, NABU Marburg, Förster Botho Demant, Naturschutzbeirat der Stadt Marburg.

 

 

 

Eine Fläche etwa so groß wie ein Fußballfeld wurde kürzlich im Marbacher Wald in der Nähe des Pharma Standortes Görzhausen gerodet. Mitten im Wald sollen für die Wasserversorgung der Pharma-Unternehmen zwei Wasserbehälter von je 5000 Kubikmeter errichtet werden.

 

Diesen massiven Eingriff in den heimischen Wald wollten sich Mitglieder*innen des NABU Marburg, des BUND und der Naturfreunde einmal vor Ort genauer ansehen. Eingeladen waren auch Vertreter*innen der Ortsbeiräte Marbach und Michelbach und interessierte Bürgerinnen und Bürger.

 

Auf dem Weg von der Marbach entlang des Stammwerkes im Hinkelbachtal gab für den NABU Hartmut Möller einige interessante Informationen zu dem FFH-Gebiet unterhalb der Naturfreundehütte. Hier haben die Mopsfledermaus, die Bechstein Fledermaus und das Große Mausohr ihre Winterquartiere. Das Werksgelände grenzt unmittelbar an das Naturschutzgebiet „Teufelsgraben“ an, das wegen spezieller Pflanzen und Amphibien, wie dem Feuersalamander unter besonderem Schutz steht.

 

Mit Blick auf die riesige asphaltierte Fläche des Parkplatzgeländes wurde von den Teilnehmern die Thematik der Versiegelung von Boden und deren Alternativen - Gestaltung mit Sickersteinen, oder das Auffangen des abfließenden Wassers zur Nutzung als Brauchwasser - diskutiert.

 

Am Wanderziel der gerodeten Fläche angelangt, skizzierte Hartmut Möller die wesentlichen Inhalte des „Masterplan Standort Behring“. Kritik in Richtung Magistrat: Ohne Beteiligung der Zivilgesellschaft, ohne einen Flächennutzungs- oder Bebauungsplan sei hier eine Rodung erfolgt, indem man auf ein einfaches forstrechtliches Genehmigungsverfahren setzte, erteilt vom Regierungspräsidium in Gießen mit nachträglicher Zustimmung der Stadt Marburg. Hätte es denn keine Alternative gegeben? Hätte man die Wasserbehälter nicht auf eine bereits versiegelte Fläche bauen können, außerhalb des Waldes?

 

Hier wurden Fakten geschaffen, - jetzt gilt es Schlimmeres zu verhindern, denn es sei beabsichtigt in einer 2. Ausbaustufe diese Anlage mit einer regionalen Wasser-Fernleitung zu versorgen, da prognostiziert wird, dass sich der Wasserverbrauch durch das neue Werk am Standort Görzhausen um 50 Prozent erhöhen würde.

 

 

 

Dr. Anne Archinal von der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ forderte ein regionales Wasserkonzept ein, so wie es das „Leitbild Integriertes Wassserressourcen-Management-Rhein-Main“ des Landes Hessen erfordert. Man müsse dem Naturraum nicht noch mehr Grundwasser entziehen um die Region zu versorgen. Dafür gäbe es ausreichend Alternativen. Auch ein teilräumliches Konzept für den Pharmastandort Behringwerke wäre wünschenswert. Wichtig dabei wo könnte wertvolles Trinkwasser durch Brauchwasser ersetzt werden, z. B. könnte man das auf den riesigen Parkflächen anfallende Regenwasser zur Toilettenspülung nutzen. Sie schlägt einen Gesprächstermin mit Pharmaserv im Vorfeld der Erweiterung vor.

 

Henner Gonnermann vom BUND verwies auf positive Wassermanagementkonzepte bei der Firma Merck in Darmstadt: Ein Klageverfahren des BUND seinerzeit gegen die beantragte Erhöhung der Grundwasserförderung hatte eine grundlegende Revision des innerbetrieblichen Wassermanagements des Pharmakonzerns zur Folge. Als Ergebnis wurde im Verhandlungswege eine deutliche Reduzierung der Grundwasserförderung anstelle von Mehrentnahmen erreicht.

 

Im konkreten Fall der besichtigten Waldrodung im Marbacher Wald wird sich der BUND über die wasserwirtschaftlichen Hintergründe der erteilten Genehmigungen durch ein Auskunftsersuchen beim Regierungspräsidium Gießen Klarheit verschaffen.

 

Angesichts des desaströsen Zustandes der Wälder im Marburger Raum als Folge des Klimawandels können dem Landschaftswasserhaushalt keine weiteren Belastungen mehr zugemutet werden. Die Funktion der Wälder als Kohlenstoffsenke wird zunehmend zerstört.

 

Der ehemalige Förster Botho Demant, Mitglied des Naturschutzbeirates der Stadt Marburg, betont, dass eine nachhaltige und verantwortungsvolle Nutzung der endlichen Ressource Trinkwasser auch aus der Sicht des Naturschutzes notwendiger denn je ist.

 

Im Vorfeld der geplanten Erweiterungsmaßnahmen im Bereich Görzhausen müssen daher durch die Verantwortlichen in der Stadt und in den Unternehmen im Bereich des „Masterplan Behring Standort“ Fragen wie:    gibt es einen Wasserbedarfsnachweis für den Bereich des Masterplanes, sind entsprechende Alternativen und Wassersparkonzepte geprüft worden, beantwortet werden.

 

Im Zuge einer Minimierung des Eingriffs in Natur und Landschaft ist eine Kavernenlösung, eine Verlagerung der beiden Speicherbecken unter die Erde, ernsthaft zu prüfen und nicht allein aus Kostengründen abzulehnen.

 

Renate Bastian, Fraktionsvorsitzende Marburger Linke, versprach, die Konkretisierung und Umsetzung des „Masterplan Standort Behring“ kritisch zu begleiten und die Vorschläge der Umweltinitiativen und der anwesenden Bürger*innen für den schonenden Umgang mit der lebensnotwendigen Ressource Wasser im Stadtparlament zur Geltung zu bringen.

 

Bürger aus dem Stadtteil Michelbach forderten eine umfassende Aufklärung und direkte Beteiligung des Ortsbeirates bei der weiteren Umsetzung des sogenannten Masterplans.

 

Möller erklärte, der NABU Marburg wolle den Dialog mit den Verantwortlichen von Pharmaserv suchen, mit den Ortsbeiräten im Gespräch bleiben und die Verantwortlichen der Stadtregierung an die Zielsetzungen der Erklärung des Klimanotstandes ausdrücklich erinnern!

 

 

 

...und das berichtete die OP am 21.8.2020:

Ausbauplan für Behring-Standortsteht       in der Klima-Kritik

Görzhausen-Erweiterung: Umweltverbände warnen vor Frischluft- und Wasserproblemen

Von Björn Wisker

Marburg. Klimabedenken bei der Ausdehnung des Pharmastandorts: Die Umweltverbände BUND und Nabu fürchten angesichts des städtischen „Masterplans Behring-Standort“ eine „Wiederholung der Fehler der Vergangenheit“, wie Henner Gonnermann sagt. Nicht noch einmal dürfe es rund um Görzhäusen eine „Block-, Riegel- und Klotzbebauung“ geben, vielmehr müsse streng auf Umwelt- und Klimabelange speziell für Michelbach und das nahe Lahntal, die dortigen Siedlungsbereiche, geachtet werden.

Der BUND fordert in einer aktuellen Stellungnahme vor allem eine „Funktionssicherung der Kalt-und Frischluftbahnen“ und der dafür nötigen Freiflächen. Es gelte für Michelbach und Lahntal die „lufthygienischen Verhältnisse“ zu wahren. Wie es im städtischen Luftreinhalteplan eigens formuliert sei, sei das ein klimaökologisch sehr wichtiger Grundsatz und hätte somit „höchste Priorität“. Bei einer vollständigen Bebauung des Gebiets würde der Luftaustausch allerdings stark behindert – und auch der angekündigte Wasserbedarf sorgt bei Naturschützern für Alarmstimmung.

Die Planungen zur Ausweisung weiterer Bauflächen im Südosten des bisherigen Pharmakomplexes würden jedenfalls dafür sorgen, dass „weitere bislang noch funktionsfähige Teile des Kalt- und Frischluftsystems zerstört würden“, heißt es vom BUND. Eine Bebauung von Kaltluftflächen, die im Mikroklima einen Temperaturanstieg zur Folge haben würden, sei „völlig inakzeptabel“.

Umweltverbände mahnen
zur Wasser-Sparsamkeit

Nicht nur der im Sommer 2019 gefasste Klimanotstandsbeschluss gebiete es, die Planungen „neu auszurichten“. Zuvor hatte schon die Organisation „Parents for Future“ Kritik an dem Masterplan geübt. Eine Klimaneutralitätsprüfung des Projekts sei nicht ausreichend geschehen.

Es gebe mit der Umsetzung des Behring-Masterplans, der bevorstehenden Flächenversiegelungen, einen „erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft“, was im Widerspruch zu Umweltfragen stehe. Neben der Klimaneutralität und Frischluftzufuhr gelte es auch, die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur und Flächenversiegelung, vor allem den auf 0,6 Millionen Kubikmeter kalkulierten zusätzlichen Trinkwasserverbrauch zu klären.

Auch Martin Thurek, Kopf der AG „Nachhaltige Stadtentwicklung“ äußert sich: „Der enorme Wasserbedarf der Behringwerke-Ausdehnung zulasten des regionalen Trinkwasser-Reservoirs ist hoch problematisch“, sagt er im Verkehrsausschuss.

Die Umweltverbände kritisieren ihrerseits nach einer Rodung im Marbacher Wald, an einer Stelle wo zwei Wasserbehälter von je 5 000 Kubikmeter Fassungsvolumen errichtet werden sollen, dass immer mehr Flächen versiegelt und die kostbare Ressource regionalen Wassers knapp werden, wie Nabu-Mann Hartmut Möller sagt. Man dürfe „dem Naturraum nicht noch mehr Grundwasser entziehen, um die Region zu versorgen,“ heißt es von Dr. Anne Archinal von der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“. Man solle für die Pharmastandort-Erweiterung das wertvolle Trink- durch Brauchwasser ersetzen. Man könne auch auf den Parkflächen anfallendes Regenwasser zur Toilettenspülung benutzen.

Dem Landschaftswasserhaushalt, so der BUND, könne während der Klimakrise jedenfalls „keine weiteren Belastungen zugemutet werden“.

Die Funktion der Wälder als Kohlenstoffsenke werde zunehmend zerstört. Bodo Demant, Naturschutzbeirat-Mitglied, fordert vor dem Standortausbau einen Wasserbedarfsnachweis und ein Wassersparkonzept durch Stadt und Unternehmen.



Quellenangabe: OP Marburg/Ostkreis vom 21.08.2020, Seite 3
   
   
   
 

Einladung Ortsbegehung                        Wasserbehälter Behringwerke

Freitag, 14. August, 2020

Einladung    

 

zu einer Ortsbegehung

 

(wir bitten die aktuellen Corona Regeln einzuhalten)

 

 

 

 

 

Der NABU - Marburg lädt Interessierte ein zu einer Ortsbegehung von der Marbach zu der Baustelle im Marbacher-Wald:

 

 

 

Geplanter Bau von zwei Wasserbehältern je 5000 Kubikmeter

 

für den Standort Behringwerke

 

 

 

 

 

Freitag, 14.August 2020

 

17.00 Uhr

 

*Treffpunkt: Bushaltestelle Behringwerke

 

in der Marbach, Emil-von-Behringstraße

 

 

 

Hintergrund: Der sogenannte Masterplan Behring-Standort (Beschlussvorlage des Marburger Stadtparlaments vom 03.04.2020) sieht den Bau von zwei Hochbehältern im Marbacher Wald vor.

 

Mit dem weiteren Ausbau der Werke am Standort Görzhäuser Hof wird prognostiziert, dass sich der Wasserbedarf der „Behring“-Werke um 50 % auf 600000 cbm erhöhen wird.

 

 

 

In einer 2. Ausbaustufe „muss eine regionale Wasserleitung im Leitungssystem des ZMW geplant werden, die direkt die Industrieflächen der Universitätsstadt Marburg und die Pharmastandorte beliefert.“ (Masterplan, S.11)

 

 

 

Das Projekt wollen wir uns mal näher ansehen. Eingeladen haben wir dazu auch unsere Mitstreiter*innen der NATURFREUNDE und des BUND Marburg.

 

 

 

Für die Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ e.V. hat Frau Dr. Anne Archinal ihre Teilnahme zugesagt.

 

 

 

Gerne können Interessierte aus Marburg und den Ortsteilen Marbach und Michelbach teilnehmen.

 

 

 

*Ortskundige, die nicht mitwandern wollen, können sich zeitverzögert gegen 17.45/ 18.OO Uhr direkt an dem Bauplatz treffen. (siehe Plan im Anhang)

 

 

 

Bei Gewitter vor Ort müssten wir die Begehung verschieben !

 

Stammtisch, Do. 13.August, 19.00 Uhr

Wir planen den nächsten Stammtisch

am Donnerstag, 13.8.2020 um 19.00 Uhr

im IRODION, bei St. Jost.

Hier haben wir die Möglichkeit bei schönem Wetter uns im Biergarten zu treffen.

Sollte es regnen, müssen wir in den kleinen Gruppenraum ausweichen und bei Einhaltung der jetzt noch gültigen Corona-Regeln wäre hier eine Teilnahme nur begrenzt möglich.

 

Die drei Storchenküken in Schröck:

Foto: Winfried Krähling vom 26.05.2020

Schröcker Hausgemeinschaft:

1.OG: Turmfalke     2.OG: Familie Storch

Foto: Winfried Kräling    26.05.2020    Marburg-OT Schröck

Eigensinnige Störche im Marburger Raum

Wie eigensinnig Störche sind, beweist das Beispiel Heskem - dort bekommt ein Storchenpaar ein schönes Nest gebaut, sogar mit toller Aussicht - jedoch baut dieses Paar sein Nest auf ein nur wenige Meter davon entferntes Silo (Foto PDF Datei S.3 u.9).

 

Ein seit Jahren bei Rüdigheim stehender Storchenmast wird in diesem Jahr erstmals von einem Storchenpaar angenommen, der männliche Storch (DEW 7T880, Foto s. 8) ist einer unserer Jungstörche, der 2018 bei Hachborn geschlüpft und dort beringt wurde!

 

Am 23. April wird das erste geschlüpfte Storchenküken dieser Saison bei Fronhausen beobachtet und am 26.April werden von Ebsdorf sogar 4 Jungstörche gemeldet!

 

Auch bei Niederwald wird im April der Nestbau auf einem Brutmast beobachtet, spätere Beobachtungen lassen jedoch den Schluss zu, dass sich dieses Paar auf einem Mast bei Stausebach angesiedelt hat.

 

Am Monatsende liegt die Zahl der Nester (Brut, Brutversuche und Ansiedlungsversuche) im Landkreis bei 42 (2019 = 35), mehr als die Hälfte davon, nämlich 22 (2019 = 17) an der Radenhäuser Lache und 7 Jungstörche wurden im Landkreis beobachtet. Mehr in beigefügtem PDF.

 

In Erwartung vieler Meldungen und Fotos von Jungstörchen

 

viele Grüße

 

 

Winfried Kräling

Storchenbeauftragter

 

Störche im Marburg Land 2020, Teil 2
Störche_2020_T2 - vorab 2020-05-03.pdf
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Weißstroch über den Ohmwiesen

Foto: Winfried Kräling

Pandemie: Zeit für individuelle Naturbeobachtungen

Die Elisbethkirche in Marburg bietet mit ihren beiden Kirchtürmen und anderen verwinkelten Gebäudeteilen Platz zum Nisten für Tauben,

Dohlen und aktuell auch wieder Turmfalken. Uhus haben zuletzt vor 4 Jahren in dem Südturm gebrütet.

 

Dohlen:

Zu beobachten sind Dohlen, die in beide Kirchtürme ein und ausfliegen und jetzt ihre Nester dort gebaut haben. Gezählt wurden 30 Dohlen, also kann man von 15 Brutpaaren ausgehen, die jetzt ihre Gelege anlegen.

Zum Nestbau fliegen die Dohlen paarweise in die Bäume am Michelchen und Augustenruhe (Minne) und reißen mit ihren Schnäbeln geschickt kleine, frische Zweige von den Bäumen, um sie dann im Flug in die Türme zu transporrtieren.

Die Brutzeit ist von April - Juli mit 1 Brut im Jahr und 3 - 6 Eiern pro Gelege.

 

Dohlen sammeln Nistmaterial

Foto: Dr. Michael Ellwardt

Turmfalken bei der Kopulation

Foto: Dr. Michael Ellwardt

Turmfalken:

 

Aktuell sind des öfteren drei Turmfalken an der Elisabethkirche zu beobachten bei waghalsigen Revierkämpfen oder Kämpfen um das Weibchen.

 

Am 9.April konnte direkt vor dem "Uhu-Fenster" eine Begattung beobachtet werden. Der ehemalige Brutplatz der Uhus wurde schon im vergangenen Jahr als Brutplatz von Turmfalken genutzt und wird wohl auch in diesem Jahr von ihnen belegt werden.

 

Die Brutzeit von Turmfalken ist von März - Juli, sie legen 4 - 6 Eier und brüten diese in 27 - 31 Tagen aus.

 

Am Ostersonntag, 12. April, saß gegen 18.00 Uhr ein w.Turmfalke am Fesnterbrett und putzte sich...später ging sie in den Kasten, kam wieder heraus und der m.Turmfalke kam angeflogen und saß etwas unterhalb auf einer der kleinen Zinnen.

 

Und heute morgen gegen 8.30 Uhr trompetete mal wieder eine Nilgangs vom Südturm.

 

Richtfest für neue Storchenmasten                         in Schröck und Haddamshausen:

Am 5.3.20, wurde ein neuer Storchenmast als Nistmöglichkeit auf den Wiesen von Haddamshausen errichtet.

Wenige Tage zuvor hatten die Stadtwerke und der Dienstleistungsbetrieb (DBM) schon einen neuen Masten mit Korb in Schröck aufgestellt.

Eberhard Lübbeke, 1. Vorsitzender des NABU-Marburg und Winfried Kräling, Storchenbeuaftragter,  dankten für den NABU den Grundstückseigentümern für ihre Bereitschaft die Flächen zur Verfügung zu stellen. Besondere Dank galt den Mitarbeitern von DBM und Stadtwerken, den Schülerinnen und Schülern der Adolf-Reichwein-Schule, die im Metall-Unterricht die Körbe hergestellt hatten. Ein dickes Lob bekam auch Bürgermeister Stözel, der die Aktionen seitens des Magistrats unterstützt hatte.

Jeder Mast wurde zusätzlich mit einem Falkenkasten bestückt, den Thomas in fleißiger Heimarbeit hergestellt hatte.

Jetzt warten nicht nur die Schröcker und Haddamshäuser auf neue "Zugereiste".

Biber in Marburg an der Lahn weiter aktiv:

 

Seit knapp einem Jahr sind Biber in Marburg an der Lahn angekommen und fühlen sich offenbar sehr wohl: auf ca. 1 km Uferlänge wurden über 13 Fraßspuren entdeckt ! Weitere sind auch noch auf einer kleinen Fluß-Insel zu sichten...

Viele der gefällten Gehölze wurden auch abtransportiert.

Vereinzelt konnten Biber beobachtet werden, - was sehr selten ist, da Biber nachtaktiv sind.

 

Interessant wäre herauszufinden, ob die Biber im vergangenen Jahr 2019 Nachwuchs bekommen haben ??

 

Oberhessische Presse, 3.1.2020

Oberhessische Presse, 28.12.2019

Ein klärendes Gespräch mit der

Redaktionsleitung der Oberhessischen Presse

 

Am 18.12.2019 fand ein Gespräch in der Redaktion der Oberhessischen Presse statt:

NABU und BUND waren mit der Berichterstattung in der OP vom 12.12.19 "Die Kleinen brauchen Licht – Zankapfel kleine Lummersbach….“  nicht einverstanden und wollten gegenüber der Redaktion der Oberhessischen Presse einiges klarstellen.

 

An dem Gespräch nahmen für die OP der stellv. Chefredakteur Till Conrad, die Redakteurin Katja Peters und ein weiterer Mitarbeiter der OP teil.

Für die Naturschutzverbände BUND sprachen Ingmar Kirck und Vanessa Kersten und für den NABU Eberhard Lübbeke mit der Redaktionsleitung.

 

 

Im Rahmen des Gesprächs wurde dem Redaktionsleiter eine gemeinsame Stellungnahme von NABU und BUND übergeben, die wir hier dokumentieren:

Gemeinsame Stellungnahme von NABU und BUND

Marburg, 16.12.2019

 

  

An den

stellv. Chefredakteur

der Oberhessischen Presse

Herrn Till Conrad

  

 

Sehr geehrter Herr Conrad,

zu der Berichterstattung in der OP am 09.12.19 Seite 7, „Die Kleinen brauchen Licht“ von Frau Peters möchten wir Stellung nehmen, da wir unsere Position und Haltung nicht angemessen dargestellt finden.

 

Wir verwehren uns entschieden dagegen, in einem Kontext genannt zu werden mit Leuten, die Förster anfeinden, beschimpfen und unter der Gürtellinie beleidigen. Wir unterstellen nicht, dass Hessens Förster den „Wald zerstören.“ Schon gar nicht sprechen wir den Mitarbeitern von Hessen-Forst ihre fachliche Kompetenz ab, wir beschimpfen sie nicht und „ziehen sie nicht in den Dreck!“ (siehe: Standpunkt von Katja Peters). Diese Vorwürfe grenzen an Rufschädigung. Wir erwarten hierzu von der OP eine Richtigstellung.

Im Gegenteil: in der Vergangenheit hatten wir verschiedene gemeinsame Veranstaltungen mit Förstern, zuletzt mit Herrn Christian Korff im Bereich des Waldes der Lahnberge.

Dennoch muss es uns als Naturschutzorganisationen erlaubt sein, auch kontroverse Ansichten zu der offiziellen hessischen Forstwirtschaftspolitik zu vertreten.

Dies haben wir als NABU und BUND bezogen auf das Naturschutzgebiet „Kleine Lummersbach bei Cyriaxweimar“ in Positionspapieren dokumentiert.

(siehe Anhang 1 + 2)

Seitens des NABU und BUND wird nicht angezweifelt, dass alle Beteiligten interessiert sind, den Charakter des Schutzgebietes und seine definierte Bestimmung zu erhalten. Hinsichtlich der geplanten Maßnahmen, die ein etwa 1ha großes definiertes Waldrandgebiet betreffen, bestehen jedoch auch unter Förstern und Forstwissenschaftlern unterschiedliche Meinungen. Die Initiative des NABU geht dahin, unter den Gesichtspunkten des Klimawandels mit Dürresommern und Wetterextremen jetzt keine übereilten Entscheidungen zu treffen, sondern die Argumente, angepasst an die neuesten Erkenntnisse zur Belastung der Baumbestände, gründlich und in Ruhe abzuwägen. Das derzeitige Vorhaben resultiert aus einer Entwicklungsplanung aus 2011/2012, damals waren die Dürresommer und das rasche Vordringen des wurzelzerstörenden Pilzes Phytophthora noch keine Realität. Darüber hinaus besteht die begründete Befürchtung, dass die bisher vorgesehenen Maßnahmen die Eignung des Gebiets als Lebensraum für die Bechsteinfledermaus beinträchtigen könnten, was in der Stellungnahme des BUND ausführlich dargelegt wird.

Es geht nicht darum, Wirtschaftswälder generell abzuschaffen. Eine solche Forderung wird weder vom NABU noch vom BUND gestellt. Aber die forstwirtschaftliche Nutzung in Naturschutzgebieten sollte durchaus hinterfragt werden.

In aller Form distanzieren sich die Mitglieder des NABU und BUND von persönlichen Anfeindungen und Verunglimpfungen der in der Forstwirtschaft Tätigen, sei es im direkten Kontakt oder im Netz. Das ist nicht unser Stil. Für uns gehören Achtung der Natur und Achtung eines jeden Menschen untrennbar zusammen. Was wir wünschen, ist der Austausch von Argumenten, der durchaus engagiert und pointiert, aber immer mit gegenseitiger Wertschätzung erfolgen soll.

Um die Diskussion zu versachlichen, kann es sinnvoll sein, die kontroversen Ansichten in einem öffentlichen Raum zu diskutieren, wo alle Beteiligten die Möglichkeit haben, ihre Argumente darzulegen. Über das Ziel, den Eichenbestand der Kleinen Lummersbach zu erhalten und zu pflegen, besteht weitgehende Einigkeit,  und wenn man unterstellt, dass alle an diesem Prozess Beteiligten das Ziel ernsthaft verfolgen, sollte es möglich sein, ohne gegenseitige Kränkung oder Verleumdung darüber zu diskutieren.

 

Für den Vorstand NABU Gruppe Marburg

Eberhard Lübbeke

 

 

Für den Vorstand BUND OV Marburg

 

Ingmar Kirck

Gemeinsame Pressemitteilung von NABU und BUND

Marburg, 01.12.2019

 

Naturschutzgebiet

„Kleine Lummersbach bei Cyriaxweimar“:

 

NABU und BUND wollen Eichenfällung im Naturschutz-

gebiet verhindern

 

Der NABU und BUND hatten für Sonntag, den 24.11.2019, zu einem Spaziergang zu den alten Eichen in die Kleine Lummersbach eingeladen. Die ca. 30 Teilnehmer wollten erfahren, warum das Forstamt Kirchhain in Absprache mit der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium in Gießen die Eichen im Naturschutzgebiet (NSG) fällen will.

 

Nachdem die Gruppe von interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus Marburg und den angrenzenden Ortsteilen bei dem eingezäunten Waldstück angekommen war, wurden die zur Fällung markierten Eichen vom Wegesrand aus begutachtet. Für die Teilnehmer war nicht nachvollziehbar, dass die Fällung der Altbäume in diesem Bestand notwendig für eine Naturverjüngung des Bestandes sein soll. Der vorhandene Baumbestand erwies sich als durchaus licht und lückenhaft, so dass ein ausreichender Lichteinfall für die Jungbäume vorhanden war - zumal junge Eichen nach neueren Erkenntnissen wesentlich besser mit Beschattung klarkommen als bisher angenommen. Es wurde festgestellt, dass die dort stehenden Eichen mit ihren ca. 200 Jahren noch sehr jung sind und erst mal „alt“ werden müssen.

Diese Sichtweise wurde auch von einem ehemaligen Förster sehr anschaulich beschrieben. Ziel sollte es sein, dass der Wald möglichst aus allen Altersstufen besteht. Wirklich alte Eichen mit einem Alter von 400 – 500 Jahren sind in diesem NSG nicht zu finden. Durch die Eichenfällung würde Hessen Forst das Risiko eingehen, den Bestand der dort als Zielart des FFH-Gebiets (1) vorkommenden und besonders geschützten Bechstein-Fledermaus zu gefährden.

 

Bei beiden Behörden liegen mehrere Gutachten und Stellungnahmen (siehe: www.nabu-marburg.de) vor, die dringend von der Eichenfällung abraten. Auch eine zukünftig kommerzielle forstliche Nutzung in Naturschutzgebieten wird abgelehnt -  Eingriffe sollten alleine als pflegerische Maßnahmen durchgeführt werden und sich auf das unerlässlich Notwendige beschränken.

 

Die Teilnehmer des Protest - Spaziergangs, sowie die Naturschutzverbände NABU und BUND, fordern Hessen-Forst und die Obere Naturschutzbehörde auf, die geplante Eichenfällung zu unterlassen!

 

 

 

 

(1)  Die Richtlinie 92/43/EWG zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union (EU). Sie wird umgangssprachlich auch als Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (kurz FFH-Richtlinie) oder Habitatrichtlinie bezeichnet

Naturschutzgebiet: Schutz ausbauen !

Foto: Frank Dellit                                                                          Bildrechte: NABU

Bildrechte: j.möller - NABU

  Die alten Eichen – dürfen nicht weichen !

Einladung

 

zu einem informellen Spaziergang in das Naturschutzgebiet Kleine Lummersbach bei Cyriaxweimar

 

Hessen-Forst plant hier gesunde Eichen, die über 100 Jahre alt sind, zu fällen.

Dagegen protestieren wir !

…und wollen uns das mal vor Ort ansehen:

Sonntag, 24.November  15.00 Uhr

 

Treffpunkt Marburg:   14.30 Uhr        

Parkplatz Georg-Gaßmann Stadion

 

 

Treffpunkt vor Ort:     15.00 Uhr     

Parkbucht K 68 - Cyriaxstrasse (siehe Foto)

BUND + NABU laden zu einem informativen Sonntags-Spaziergang ein
Einladung BUND+NABU Spaziergang Kl. Lumm
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Geplante Waldrodung im NSG

Im Naturschutz- und FFH-Gebiet "Kleine Lummersbach" ist die Rodung von altem Eichenwald geplant. Unter der aktuellen ökologischen und klimatischen Situation fordert der NABU Marburg, dass auf Flächen, die vorrangig dem Naturschutz dienen, auf Waldrodungen verichtet wird! Ein offener Brief an Hessen Forst steht unten zum download bereit.

Offener Brief - Waldrodung Kleine Lummersbach
NABU Marburg - Offener Brief Kleine Lumm
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BUND OV Marburg Stellungnahme zur geplanten Eichenfällung
BUND OV Stellungnahme Kleine Lummersbach
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Bildrechte: j.möller - NABU

Reinhard Naumann (links), Beauftragter der Oberen Naturschutzbehörde und zuständig für das Naturschutzgebiet "Kleine Lummersbach bei Cyriaxweimar" und Eberhard Lübbeke (rechts), Vorsitzender des NABU Gruppe Marburg, -  messen bei dieser über 100 Jahren alten Eiche einen Stammumfang von 180 cm! 

Oberhessische Presse, 15.9.2019:

...NABU kämpft um den Erhalt von zehn 200 Jahre alten Bäumen in Cyriaxweimar


Kirschbaumpflanzung auf unserer NABU-Fläche am 9.11.2019

Heiliger Grund:

"Feuersalamander" in Aktion am 10.September 2019

Bildrechte: j.möller

Das junge Forscherteam der Kindergruppe "Feuersalamander" suchte in Vogelnestern zusammen mit dem Zeckenexperten Dr. Michael Bröker nach Zecken.

 

Die Kindergruppe von BUND + NABU trifft sich

jeden 2. Dienstag im Monat (außer den Ferienzeiten)

von 15.30 - 17.30 Uhr

in der Alten Kirchhofsgasse 10 im Stadtteil Ockershausen

Hasenkopf: Stadt Marburg plant neues Wohngebiet

Foto: Stadt Marburg

Bedenken gegen die geplante Bebauung haben  der NABU Gruppe Marburg und der BUND angemeldet und Positionspapiere veröffentlicht. Wir dokumentieren hier das Positionspapier des NABU Marburg:

NABU -Marburg: Positionspapier zur geplanten Bebauung an Hasenkopf
NABU-Positionspapier-Hasenkopf.pdf
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Wir laden ganz herzlich ein:

Exkursion Wintervögel an der Lahn

Wir laden herzlich ein zur Exkursion am Samstag, 16.02.19, 11 Uhr!

Treffpunkt: Lahnbrücke auf der der Weide.

Erstmals wieder Biber  in Marburg gesichtet  !

 

Oberhessische Presse 19.2.2019:

Der Biber ist zurück in Marburg
OP 19.2.19 Biber in MR.pdf
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Deutliche Nagespuren, bzw. Baumfällungen von Bibern am Lahnufer           06.01.2019

Spuren im gefrosteten Matsch           03.01.2019

Einer der Ein- und Ausstiege (auch Biberrutsche genannt)  am Lahnufer       09.01.2019

Der Beweis: Video-Nachtaufnahme von zwei Bibern
Biber Video.mp4
MP3 Audio Datei 5.2 MB

Video: Pablo Stelbrink

Februar 2017

Im Frühjahr haben wir in den Streuobstwiesen Nistkästen gereinigt und neue aufgehängt.

Bau von Eisvogel-Niströhren auf Lahninsel

Es ist geschafft !

Am 25.07.2015 haben sieben NABU- Freunde und -Freundinnen die beiden Eisvogelniströhren auf einer Lahninsel in Renaturierungsgebiet '"Auf der Weide" in
einem vorbereiteten Holzkasten eingebaut.
Die Maßnahme wurde mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Marburg abgesprochen.

Zum Einbau benötigten wir noch ca.1,5 qm Lahnkies. Entsprechend des Standorts waren wir per Boot als auch zu Fuß unterwegs. Durch die Kiesarbeiten wurde eine natürliche Steilwand mit weiteren Nistmöglichkeiten für den Eisvogel freigelegt. Die Vorbereitung des Kastens, das Aussuchen des richtigen Standortes, der Bau des Kastens und das Aufstellen war sehr aufwendig.
Wir haben hart gearbeitet aber auch gut gefrühstückt.
Es hat viel Spass gemacht !
Die Arbeit hat sich gelohnt, wir hoffen der Eisvogel sieht dies auch so.

Picknick im Heiligen Grund am 6.9. um 15 Uhr

Uhus auf der Elisabethkirche

Auch in diesem Jahr gibt es mit 2 Junguhus wieder Nachwuchs auf der Marburger Elisabethkirche.

Mehr Informationen und Bilder gibt es hier: www.marburger-vogelwelt.de

Liebe Naturfreunde, es lohnt sich zur Zeit einen Ausflug zum Schweinsberger Moor kurz vor Sonnenuntergang zu machen. Man kann dort die Flugkünste der Stare bewundern, bevor sie sich zum Schlafen in das Schilf begeben. Ausserdem sind verschiedene Enten-und Reiherarten zu hören und zu sehen. Wenn man Glück hat hört man auch eine Wasserralle oder ein Habicht stört die Ruhe der Stare.

In jedem Fall ist es eine schöne Abendstimmung.

Ein paar Nachträge über Aktivitäten in diesem Sommer (2014)

In Zusammenarbeit mit der Stadt haben wir am 23.07. Nisthilfen für Mauersegler, Fledermäuse und einen Turmfalkenkasten an der Elisabethschule unter Beteiligung von interessierten Lehrern und Schülern angebracht. Wir sind gespannt ob die Kästen im kommenden Jahr bewohnt werden und die Schüler Naturbeobachtungen auf dem Schulhof machen können.

28.05.2014:

Erneute UHU-BRUT in der Elisabethkirche! Seit gut einer Woche ist es nun sicher: auch dieses Jahr hat wieder ein Uhu-Pärchen im Falkenkasten in der Elisabethkirche erfolgreich gebrütet. Seit mindestens dem 21.05. lassen sich allabendlich drei Junguhus auf dem Anflugbrett beobachten.

Weitere Bilder auf: www.marburger-vogelwelt.de

Machen Sie uns stark

Naturschutzjugend

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature" Mehr

 

Die Kindergruppe von BUND + NABU trifft sich

jeden 2. Dienstag im Monat (außer den Ferienzeiten)

von 15.30 - 17.30 Uhr

in der Alten Kirchhofsgasse 10 im Stadtteil Ockershausen

 

Kontakt:

Sabine Clement

06421-31769

info@manesse-hoop.de