Aktuelle Informationen zu den Uhus an der Marburger Elisabethkirche und den drei geretteten Uhu-Küken findet ihr auf # Uhu-Tagebuch 2026
Foto: Maik Dobbermann-NABU-MR, 23.3.26
Foto: Freundeskreis Alter Botanischer Garten
Baustopp jetzt ! - Gartendenkmal erhalten ! - Artenschutz sichern! ...so die Forderungen an die Verantwortlichen der Philipps-Universität.
Über 40 Freundinnen und Freunde des Alten Botanischen Gartens haben sich am Sonntag, 19.4.26, schützend vor die Südostecke des Gartendenkmals gestellt, um gegen den von der Philipps Universität gewollten zusätzlichen Südeingang zu protestieren.
Zuvor hatten bei einer öffentlichen Ortsbesichtigung Redner des Freundeskreises Alter Botanischer Garten und des NABU Marburg sowohl die Pläne der Universität als auch die Befürchtungen der Natur- und Denkmalschützer vorgestellt.
So sagte Hartmut Möller, dass die Petition des NABU beim Hessischen Landtag in Bezug auf den umstrittenen Südeingang weiterhin anhängig sei, während die Petenten bereits eine umweltfreundlichere Wegebeschaffenheit und einen Verzicht auf die Beleuchtung der Hauptwege durchgesetzt hätten. Nur die Eingänge zum Park sollten demnach ausgeleuchtet werden.
Der Naturschutzbeirat der Stadt Marburg habe die Neueinrichtung eines Südeingangs als „problematisch“ bewertet und der Ortsbeirat Campusviertel lehne diese Planungen ebenfalls ab. Dennoch beginne die Universität bereits jetzt mit den Arbeiten zum Südeingang, offenbar um Fakten zu schaffen.
Garten als Kulturdenkmal erhalten
Freundeskreisvorsitzende Bärbel Kaufmann betonte, dass man keineswegs gegen die ausgiebige Nutzung des Gartens durch Besucher eingestellt sei - obwohl das in der zehnjährigen Auseinandersetzung um den zusätzlichen Südeingang immer wieder behauptet werde. Vielmehr gehe es darum, den Garten als Kulturdenkmal und Lebensraum für Pflanzen und Tiere vor erheblichen Gefahren zu schützen und ihn für seine Nutzer zu erhalten. Gerade in der ruhigen Südostecke seien regelmäßig sehr viele Menschen zu beobachten, die sich in dieser naturnahen Umgebung sichtlich wohl fühlten.
NABU-Vogelexperte Eberhard Lübbeke schilderte den Teilnehmern der Ortsbesichtigung, dass angesichts der immer weiter zurückgehenden Artenvielfalt von Vögeln und Insekten jede Störung ihrer Lebens- und Rückzugsgebiete nach Möglichkeit zu vermeiden sei. Es gehe im Alten Botanischen Garten nicht um einzelne bedrohte Arten, sondern um die Natur in der letzten, noch nicht durch Ein- und Durchgänge erschlossenen Ecke des Gartendenkmals.
Nachdem 2018 vorgelegten Parkpflegewerk soll vom Südeingang zur Universitätsbibliothek einer der Hauptdurchgangswege laufen, um die Idee eines universitären Campus zu verwirklichen. Freundeskreis und NABU wollen stattdessen einem zusätzlichen Südeingang nur dann zustimmen, wenn er ausschließlich als barrierefreier Zugang für Rollstuhlfahrer gestaltet wird. Dann wäre er in der Regel verschlossen und könnte nur durch Rollstuhlfahrer mit ihrem Normschlüssel geöffnet werden.
Hartmut Möller abschließend: „Der NABU prüft, einen Baustopp des Südeingangs über ein Verfahren beim Verwaltungsgericht zu erwirken.“
Gemeinsame Pressemitteilung 11.04.2026
Rettet den Alten Botanischen Garten
Umstrittener Südeingang soll überraschend gebaut werden
Trotz aller Kritik und Mahnungen will die Philipps Universität offenbar noch kurz vor ihrem 500. Jubiläum überraschend mit den Arbeiten für einen zusätzlichen Südeingang zum Alten Botanischen Garten beginnen. Der umstrittene Südeingang gefährdet nach Überzeugung des Naturschutzbundes (NABU) und des Freundeskreises Alter Botanischer Garten Marburg den Bestand des ausgewiesenen Kulturdenkmals sowie seiner schützenswerten Pflanzen und Tiere.
Grund dafür ist der durch den Südeingang zu erwartende Publikumsverkehr zwischen den Institutsgebäuden auf dem ehemaligen Schlachthofgelände und der Universitätsbibliothek. Mit der Ruhe, derentwegen der Garten von vielen Menschen geliebt wird, wäre es schnell vorbei. Angesichts leerer Kassen und der vorhandenen vier (!) Haupteingänge zum Alten Botanischen Garten - drei davon barrierefrei - erscheint das Vorhaben der Universität völlig überzogen und unverständlich.
Wir fordern ein: Denkmalschutz und Artenschutz
Der Freundeskreis Alter Botanischer Garten und der NABU planen deshalb eine Delegation zum Hessischen Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Timo Gremmels. Damit wollen sie dem obersten Dienstherren der Philipps Universität die Forderungen der Bürgerinnen und Bürger zum Erhalt des Gartendenkmals nahe bringen. Zudem hat der Hessische Landtag noch nicht über die „Petition – Alten Botanischen Garten als Gartendenkmal und zum Artenschutz erhalten“ abschließend beraten und entschieden.
NABU und Freundeskreis Alter Botanischer Garten Marburg laden außerdem für
Sonntag, 19.4.2026, ab 15 Uhr
in der Südostecke des Gartens zu einer Ortsbesichtigung ein. Freundeskreisvorsitzende Bärbel Kaufmann: „Wir freuen uns über ALLE, die mit uns für den Erhalt des Alten Botanischen Gartens und gegen einen zusätzlichen Südeingang eintreten.“
Freischnitt von Hecken und Baumfällung für den geplanten Südeingang im Alten Botanischen Garten
Foto:NABU-MR
Foto: jo.möller-NABU-MR Kiebitz im Amöneburger Becken
Neue Feldhecke in Cyriaxweimar stärkt Biotopverbund
Der Glaubenshof in Cyriaxweimar und Aktive des NABU-Marburg haben gemeinsam auf einem Acker des Glaubenshofs eine Feldhecke gepflanzt. Sie besteht ausschließlich aus heimischen Wildbäumen und Sträuchern. Insgesamt wurden bei diesem Arbeitseinsatz 350 Bäume und Sträucher gepflanzt:
Hainbuche, Feldahorn, Eberesche, Wildapfel, Vogelkirsche, Stileiche; Haselnuss, Holunder, Pfaffenhüt-chen, Hundsrose, Schlehe, Weißdorn, Schneeball. Diese heimischen Arten leisten einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz in unserer Agrarlandschaft.
Die Hecke bietet künftig einen wertvollen Lebensraum für zahlreich Insektenarten, Vögel sowie andere Kleintiere. Blüten, Früchte und dichte Zweige sorgen über das ganze Jahr hinweg für Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten. Gleichzeitig verbessert die Pflanzung das Kleinklima auf dem Acker und trägt zur Strukturvielfalt in der offenen Feldflur bei. Mit wenig Aufwand wird so ein großer Nutzen erreicht.
Von besonderer Bedeutung ist der Standort der neuen Hecke: Sie liegt in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet „Kleine Lummersbach“ und schließt eine bestehende Lücke im Biotopverbund mit den Landschafträumen Allnatal und Heiliger Grund. So entsteht ein wichtiges Trittsteinbiotop, das wandernden Arten hilft, sich zwischen verschiedenen Lebensräumen zu bewegen und genetischen Austausch zu sichern.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz konkrete Verbesserungen für die Biodiversität schaffen können – direkt vor Ort und mit langfristiger Wirkung.
Gruppenfoto und kleine Kaffeepause beim Anpflanzen der 350 Bäume und Sträucher Foto: NABU-MR
https://www.youtube.com/@NABU_Marburg
Vögel brauchen Rückzugsorte Foto: Christian Höfs