Anfrage an den
haupt- und ehrenamtlichen
Magistrat der Universitätsstadt Marburg
Betr. Lichtverschmutzung/Energieeinsparung
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit der Impulsveranstaltung des NABU Marburg zum Thema „Schutz der Nacht – Beleuchtung umweltfreundlich gestalten“ im März 2023 hatten wir große Erwartungen, dass auch in unserer Stadt Möglichkeiten zur Lichtverschmutzung geprüft und umgesetzt würden.
Unsere Erwartungen knüpften sich an positive Signale von Bürgermeisterin Nadine Bernshausen und dem Stadtrat für Klimastrukturwandel Dr. Michael Kopatz, die an unserer Veranstaltung teilgenommen hatten.
In einem Schreiben der Bürgermeisterin vom 26.10.2023 hatte Sie eine Lichtleitlinie für die Stadt Marburg – in Anlehnung an die Lichtleitlinie der Stadt Fulda angekündigt, die in einer fachinternen Abstimmung wäre.
Doch weder liegt inzwischen diese Leitlinie vor, noch sehen wir andere konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Lichtverschmutzung. Im Gegenteil:
Seitdem hat die Lichtverschmutzung in den zurückliegenden Jahren, auch in der Stadt Marburg, weiter zugenommen mit negativen Auswirkungen auf den Menschen, wie auch Flora und Fauna. (Die jährliche Zunahme der Lichtverschmutzung in Europa beträgt ca. 6%.)
Die Stadt Marburg hat sich als Ziel gesetzt bis 2030 "Klimaneutrale Stadt" zu werden.
Unter anderem hat sie sich vorgenommen als Vorbild bewusstseinsbildend voran zu gehen und die Bevölkerung und die Fachdienste aufgefordert Ideen für mehr Klimaschutz zu entwickeln.
Wir, der NABU-Marburg, möchten daher jetzt wissen:
Zu Beginn des Ukraine Krieges und der befürchteten Energieknappheit wurden Maßnahmen von der Stadt Marburg ergriffen, Energie einzusparen. z.B. bei der Straßenbeleuchtung.
Was spricht gegen die sofortige Wiedereinführung der damaligen Maßnahmen?
Bei der Verringerung der Lichtverschmutzung, geht es uns um eine sachgerechte Beleuchtung ohne schädliche Lichtimmission für Mensch und Natur bei gleichzeitiger Energieeinsparung!
Wir freuen uns über eine zeitnahe Antwort,
mit freundlichen Grüßen
Hartmut Möller
NABU-Marburg, 08.10.2025
Der NABU Marburg informiert zum Thema und bietet die Möglichkeit Lichtverschmutzungen zu melden:
https://www.nabu-marburg.de/projekte-und-ag-s/lichtverschmutzung-meldeportal/
Veranstaltungshinweis:
Nacht und Dunkelheit – Ein Themenabend in der Kugelkirche
28.11.2025 ab 18.30 Uhr
Naturschutzgruppen und Vereine, sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger aus allen Regionen Hessens haben sich zu einem
Netzwerk gegen Lichtverschmutzung zusammengeschlossen. Die NABU AG gegen Lichtverschmutzung ist Mitglied in diesem Fachverband.
Stand: 02.12.21
Weihnachtsbeleuchtung ist unbestritten etwas sehr Schönes bzw. war es das einmal. Mit wie viel Wonne haben wir den Anblick einer mit nur ein paar gelben Mini-Glühbirnchen
geschmückten Tanne aufgesogen, die hier und da mal vereinzelt stand. Wie sehr hüpfte das Herz, erhaschte man mal in einem Fenster oder entlang eines Balkons eine
farbige Kette aus ein paar winzigen, schwach glimmenden Lichtpünktchen. Doch das ist vorbei.
Heute ertrinken solche „stillen“ Lichtlein in den lauthals „schreienden“ Fluten an turbohellen Lichterketten,
mächtigen Leucht-Rentieren und aufdringlichen Blink-Nikoläusen. Es wird immer heller, immer greller und immer
mehr. Die Weihnachts-Beleuchtung trägt mittlerweile gehörig zur Lichtverschmutzung bei. Sie nimmt damit, was
fast alle Lebewesen essentiell brauchen: eine dunkle Nacht bzw. ein klar unterscheidbaren Hell-/Dunkelrhythmus.
weitere Infos:
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde der Natur,
In unserer NABU-Arbeitsgemeinschaft gegen Lichtverschmutzung stößt die Ankündigung der „Herbstlichen Lichtspiele“ im neuen botanischen Garten (OP
vom 28.8.2024) auf völliges Unverständnis.
Die Unterstützung durch das hessische Netzwerk gegen Lichtverschmutzung haben wir bereits angefordert.
Wir stellen fest, dass eine solche kommerziellen Lichtshow der Notwendigkeit eines umfassenden Artenschutzes und nötigen Stopp des grassierenden Artenschwundes sowie Klimaerwärmung zuwiderläuft und die Grundsätze des Bundesnaturschutzgesetzes und hessischen Naturschutzgesetzes empfindlich verletzt...
Als mit dem Träger öffentlicher Belange gleichgestellter und nach § 63 Bundesnaturschutzgesetz anerkannter Naturschutzverband setzen wir uns für die Belange des Klima- und Umweltschutzes und für den Erhalt und die Verbesserung der Biodiversität ein. In diesem Zusammenhang auch für die Reduzierung der Lichtverschmutzung...
Vorausschicken möchten wir, dass wir die gute Vorarbeit der Stadt Marburg zur
Berücksichtigung von Umweltbelangen im Zusammenhang von Lichtimmissionen begrüßen
und als vorbildlich und wegweisend ansehen, dies auch in Bezug auf die Zielbestimmungen
des Hessischen Naturschutzgesetzes. Nach unserer Kenntnis wohl zum ersten Mal hat die
Stadt Marburg im Zusammenhang mit einer Bauleitplanung ein Lichtimmissionsgutachten in
Auftrag gegeben...
Pharmastandort "Görzhausen" bei Nacht... ..selbst aus dem Weltall auf Satelitenfoto zu sehen...
An den Präsidenten der Philipps-Universität
An den Kanzler der Philipps-Universität
An den Leiter der Botanischen Gärten
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Nauss
Sehr geehrter Herr Dr. Held,
Sehr geehrter Herr Dr. Titze,
sehr geehrte Damen und Herren,
wir wenden uns mit diesem Schreiben an Sie, da dem NABU-Marburg Informationen zur geplanten Gestaltung des Alten Botanischen Gartens in Marburg vorliegen. Dem Parkpflegewerk zufolge ist nicht nur ein Ausbau der vorhandenen Wege, sondern auch die Neuinstallation von Leuchten im bisher unbeleuchteten Alten Botanischen Garten geplant.
Diese Absichten wurden auch in einer öffentlichen Sitzung des Ortsbeirats Camupusviertel am 19.Mai 2022 vom Leiter der Botanischen Gärten, Herrn Dr. Titze, dargestellt und anschließend in dieser Sitzung diskutiert.
Für den NABU-Marburg ist dies der aktuelle Anlass ausführlich zu den Planungen Stellung zu nehmen:
Ein schöner Erfolg:
Die Antwort im Auftrag des Uni-Präsidenten vom 03.05.2024:
"Sehr geehrte Damen und Herren,
bezüglich Ihrer Mail an den Präsidenten der Philipps-Universität Marburg vom
15.03.2024, in der Sie massive Störungen der Flora und Fauna des Alten
Botanischen Gartens durch Beleuchtung aus dem Seminargebäude der Universität
annehmen, hat die Universität geprüft, was in diesem Rahmen technisch möglich und
vertretbar umsetzbar ist. Das Gebäude verfügt über keine Außenrollos. Wir werden
aber zeitnah Dämmerungsschalter an den Innenrollos des Seminargebäudes
nachrüsten. Bis dahin werden die Hausmeister verstärkt ein Auge darauf haben und
zusätzlich zu ihren sonstigen Aufgaben bei einsetzender Dämmerung die Rollos bei
Veranstaltungen nach Möglichkeit absenken."
Mit freundlichen Grüßen
i.A. Dr. Viergutz
Dr. Rainer Viergutz
Philipps-Universität Marburg
Stabsstelle Recht
Neue "Flutlichtmasten" wurden auf dem Firmaneiplatz neben der Elisabethkriche aufgestellt. Ein Anlass den Magistrat der Stadt Marburg nach einem Beleuchtungskonzept für unsere Stadt anzufragen:
Marburg bei Nacht: Blick vom Spieglustturm in Richtung Schloß
Foto: Clara Guckenbiehl
Paris bei Nacht aus 10.000 m Höhe Foto:Hartmut Möller