Uhu Tagebuch 2026                                              Teil 2

Ab 10. Mai wird das Tagebuch hier fortgesetzt

Da wir vom Datenvolumen pro Seite begrenzt sind, müssen wir an dieser Stelle eine neue Seite aufmachen. Weiterhin viel Spaß beim Lesen und Anschauen...

NABU-Marburg, Pressemitteilung, 18.Juni 2026

  

Marburger junge Uhus entwickeln sich wunderbar 

 

Die vom Südturm der Elisabethkirche in Marburg geretteten jungen Uhus, juhu 1, juhu 2 und juhu 3 sind jetzt etwa 13 Wochen alt. Das Foto zeigt, dass sie sich toll in der Wildvogelstation entwickelt haben und schon jetzt wie ausgewachsene Eulen aussehen. 

„Sie haben schon das typische Federkleid und sind aktuell in der sogenannten "Bettel- und Lernphase“ (ca. 2- 5 Monate). Ihre Amme ist noch für sie zuständig und hat alles im Blick,“ erklärte Hartmut Möller. 

Die Federn an den Schwingen sind weit ausgebildet. Die Junguhus können nun fliegen und tun dies noch in einer sehr großen Voliere. In diesem Entwicklungsstadium üben sie Jagdtechniken und ihre Bettelrufe sind oft noch weit hörbar. Schrittweise werden sie unabhängiger. Bevor sie ausgewildert werden, etwa im September, werden sie von der Wildvogelstation beringt. 

 

Inzwischen hat der NABU Marburg Federn aus dem Nistkasten und das eine nicht ausgebrütete Ei geborgen. Dessen DNA soll in einem Labor mit Federproben der Jungvögel aus der ersten Brut abgeglichen werden, um

Foto: NABU Marburg

die Identität des Männchens final zu klären. Auch können durch die Analyse die Geschlechter der jungen Uhus bestimmt werden. 

„Mit den Ergebnissen müssen wir uns leider noch etwas gedulden. Für die Analyse benötigen wir erstmal die Federproben der Juhus aus der Auffangstation. Diese werden aber erst im Spätsommer genommen, wenn die Jungvögel in eine andere (die Auswilderungs-)Voliere gebracht werden. Vorher werden die Mitarbeiter:innen in der Station nicht an die Uhus herangehen, um die artgerechte Aufzucht ohne unnötige Störungen zu gewährleisten. Das maximiert die Chance auf eine erfolgreiche Auswilderung. Wir halten die Community aber auf dem Laufenden, sobald sich etwas Neues ergibt!“ so Sebastian Anhäuser vom NABU Marburg.


Diese Bildschirmfotos hatte uns Marion Laufhütte aus Marburg gesendet.

Liebe Uhu-Fans, - wir bekommen viele tolle Fotos geschickt. Unser Datenvolumen pro Seite ist begrenzt. Daher bitten wir um Verständnis, dass wir die Veröffentlichung von Fotos keine Garantie geben werden.


29.05.2026   ab ca. 09:00 Uhr sitzen beide im Nistkasten...dazu gibt es ein neues youtube - video

29.05.2026  ab 06:30 Uhr   Spektaluäre Bilder bei Sonnenaufgang... 


juhu 1, juhu 2 und juhu 3:

 

Heute, 26.5.26, wurde uns ein Foto übermittelt. Unsere Uhus müssten auf dem Foto in der 10./11. Woche sein...

 

Von der Entwicklungsphase wären sie am Ende der Ästlingsphase,bzw. schon in der Bettel- und Lernphase.

 

Erste Flugversuche müssten erfolgt sein und weiter geübt werden.

Die Bettel- und Lernphase dauert mehre Monate in der die Jungvögel immer unabhängier werden.

 

Noch immer sollen sie in der Wildvogelstation so wenig Kontakt zu Menschen haben wie nur möglich, damit die Auswilderung erfolgreich verlaufen kann.

 

Foto: NABU-MR  


                                                                                                                                                                                                                   24. Mai 2026

 Liebe Uhu-Fans,                                                                                                               

für unser Live-Stream-Projekt haben wir viele nette und positive Rückmelungen bekommen. Bitte habt Verständnis, dass wir nicht jede E-Mail beantworten können: DANKE an ALLE !

Auch mit konstruktiver Kritik können wir umgehen: hier gab es Rückmeldungen auf unserer "Zeitstempel"-Plattform, also den Protokolleinträgen mittels Google-Formular (siehe Eintrag unter # Uhu-Live-Kamera). Wir möchten hier auf eine sachliche Ebene und einen respektvollen Umgang bestehen - es geht doch um Beobachtungen aus der Natur, die wir mithilfe einer Live-Kamera erst möglich machen.

Dabei liegt es im Auge eines jeden Betrachters, welche Szenen es wert sind, dokumentiert zu werden - auch kleinere Details können Betrachter:innen Freude bereiten, wenn sie mithilfe eines entsprechenden Zeitstempels dorthin zurückspulen können. Wen nur besonders wichtige Zeitstempel interessieren, der kann in der Tabelle auf das Blatt "Highlights" gehen.

 

Gerne wollen wir auch weiterhin über diese wunderschönen Vögel der Nacht informieren und Euch dabei mitnehmen!

Viel Lob für das Uhu-Team  - hier zwei nette Rückmeldungen:

Dieses Bildschirmfoto hat uns Marion Altmayr aus Krumbach/Bayern gesendet


Filigrane Häkelarbeit von Waltraut aus Sterzhausen (MR-BID): Lisbeth + Hugo

Liebes NABU-Team,
der Live-Stream der beiden Uhus Lisbeth und Hugo hat uns in den letzten Monaten sehr viel Freude bereitet. Es war etwas ganz Besonderes, die beiden Uhus beobachten zu dürfen. 
Meine Mutter liebt das Häkeln und hat aus Begeisterung diese beiden kleinen Uhus angefertigt. Die rosafarbene Eule erinnert uns ein bisschen an Lisbeth ☺️
Die beiden sind nun unsere täglichen Begleiter als Schlüsselanhänger 🥰
Wir wollten Euch das Bild gerne schicken, weil Ihr mit dem Projekt so vielen Menschen eine Freude macht. Vielleicht habt auch Ihr Freude daran. 
Wenn Ihr mögt, dürft Ihr das Foto gerne online auf Eurer NABU-Homepage teilen. Meine Mutter würde sich wahnsinnig freuen.  Danke für Eure tolle Arbeit!
Viele Grüße, die beiden Fans aus Lahntal-Sterzhausen,
Waltraud und Steffi


aus: Frankfurter Neue Presse, 20.05.2026


Bildschirmfoto: 19.05.26   12:16.07 Uhr                                                                                                     ...Lisbeth kommt zurück


NABU Marburg - Pressemitteilung 18.Mai 2026

Marburger Uhus brechen die zweite Brut im Südturm der Elisabethkirche ab

Die zweite Brut der Marburger Uhus im Südturm ist gescheitert: Wie über die Livekamera beobachtet werden konnte, hat das Uhu-Weibchen „Lisbeth“ die Bebrütung ihres letzten verbliebenen Ei`s aufgegeben. Damit endet die Hoffnung auf weiteren Nachwuchs in diesem Jahr – nur wenige Tage vor dem erwarteten Schlupftermin. 

Bereits am 14. Mai zeigte sich ein ungewöhnliches Verhalten im Nistkasten. Lisbeth bearbeitete eines der beiden Eier intensiv mit ihrem Schnabel und transportierte es anschließend aus dem Kasten, wo sie es offenbar entsorgte. Fachleute gehen davon aus, dass Uhu-Weibchen über feine Wahrnehmungen erkennen können, ob sich Embryonen im Ei normal entwickeln oder ob Fehlentwicklungen vorliegen. Dieses Verhalten wurde bereits in früheren Beobachtungen dokumentiert und gilt als natürlicher Bestandteil der Brutpflege. 

Zwei Tage später verdichteten sich die Hinweise, dass auch das zweite Ei nicht mehr erfolgreich ausgebrütet werden würde. Über mehrere Stunden hinweg verließ Lisbeth in der Nacht bei Temperaturen um sechs Grad das Gelege vollständig. Auch am darauffolgenden Tag war zu beobachten, dass sie sich überwiegend neben dem Ei aufhielt, anstatt es weiter zu wärmen. Damit steht nun fest: Die zweite Brut im Südturm wurde endgültig aufgegeben. 

Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Nach Einschätzung der Projektverantwortlichen ist es wahrscheinlich, dass sich die Embryonen in den Eiern nicht erfolgreich entwickelt haben. Uhu-Eltern verlassen ein Gelege in der Regel dann, wenn Eier unbefruchtet sind oder die Entwicklung der Jungvögel im Ei zum Stillstand gekommen ist. 

Die Hoffnung besteht, dass Lisbeth den Nistkasten auch künftig als Ruhe- und Aufenthaltsplatz nutzt und Zuschauerinnen und Zuschauer sie noch eine Zeit lang begleiten können. Die Übertragung aus dem Südturm wird daher vorerst online bleiben, solange der Kasten weiterhin frequentiert wird. 

In Vorbereitung ist zudem eine zweite Live-Kamera, die von einem Institutsgebäude der Philipps-Universität (ehemalige Kinderklinik) am Firmaneiplatz aus über die Dachlandschaft der gotischen Kirche bis hoch zu beiden Türmen das weitere Geschehen des „Lebensraum Kirchturm“ von Uhus, Dohlen…Fledermäusen in Kürze senden wird.

 

Der NABU-Marburg bedankt sich ausdrücklich bei der großen Community rund um das Projekt – für die anhaltende Begeisterung für die Marburger Uhus, für die Unterstützung des NABU-Projekts sowie für die zahlreichen sorgfältigen Einträge im gemeinsamen Beobachtungsprotokoll des Livestreams. Ein besonderer Dank gilt dabei „Ducky“ aus Oklahoma/USA, die aufgrund der Zeitverschiebung wichtige nächtliche Beobachtungen dokumentierte und so wertvolle Hinweise lieferte.

 

Auch aus Schulen erreichte das Projekt viel Zuspruch: Zwei Schulklassen aus dem Odenwald übersandten farbenfrohe Uhu-Bilder und kreative Zeichnungen, die bei den Beteiligten große Freude auslösten.

 

„Besonderer Dank gilt auch der Elisabethkirchengemeinde mit ihrem Küsterteam, die uns geduldig und hilfreich unterstützt haben!“, so Hartmut Möller.

 

Die Projektverantwortlichen sicherten umgehend genetisches Material aus dem Nistkasten, darunter Federn sowie das hinterlassene Ei. Durch einen Abgleich mit Genmaterial der bereits geschlüpften Junguhus „juhu1“, „juhu2“ und „juhu3“ aus der ersten Brut soll nun die Identität des Männchens in der zweiten Brut geklärt werden. Lange wurde spekuliert, ob der während der ersten Brut verschwundene Uhu-Vater „Hugo“ zurückgekehrt war, oder ob Lisbeth ein neues Männchen für das Nachgelege gefunden hatte. Diese Frage soll nun beantwortet werden. Auch würde die Genanalysen der Federn des Weibchens den wissenschaftlichen Nachweis darüber liefern, dass es in der Tat Lisbeth war, die nach Verlust der ersten Brut das Nachgelege produziert hat – ein Verhalten, das beim Uhu bislang zwar stets vermutet, aber noch nicht sauber dokumentiert wurde. Insofern könnten die Marburger Uhus sogar einen wissenschaftlichen Beitrag leisten. 

„Die Auswertung der Proben wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Über die Ergebnisse soll zu gegebener Zeit informiert werden“, versicherte Sebastian Anhäuser für den NABU Marburg. 


NABU-MR  16.5.26

Wieder eine Uhu-Brut im Marburger  Umland

Während die Uhus im Südturm der Elisabethkirche die erste Brut abbrechen mussten und der Erfolg des Nachgeleges noch ungewiss ist, gibt es erfreuliche Nachrichten von einem anderen Uhu-Paar: In einem Steinbruch im unmittelbaren Marburger Umland kam ein Uhu-Jungvogel zur Welt und erfreut sich offenbar bester Gesundheit. Selbst nach dem starken Niederschlag und kühleren Temperaturen der letzten Tage wirken sowohl das Uhu-Weibchen als auch ihr Junges am 16.05.2026 wohlauf (siehe Bild). Schätzungsweise ist der Jungvogel 4-5  Wochen alt. Das Uhu-Paar brütet bereits seit einigen Jahren erfolgreich in diesem Steinbruch – hoffentlich auch dieses Jahr wieder erfolgreich!

         Foto: Sebastian Anhäuser


Lisbeth hat von ihrem Gelege ein Ei aufgeben

Foto: NABU-MR   21.32 Uhr    Foto von Westen - das Anflugfenster zum Nistkasten ist vom Betrachter auf der          Rückseite des Südturms

 

Lisbeth war auf einen kurzen Ausflug vom Südturm (rechts) zum Nordturm (links) und wieder zurückgeflogen. Es gab immer wieder Kommunikation mit dem Uhu-Mann...ohne Sichtkontakt des Beobachters und vom Hören her, etwas weiter enfernt. Nach Lisbeths Rückkehr in den Nistkasten schaute sie auf die Brut mit besonderen Lautäußerungen, bevor sie sich ein Ei zurechtlegte und nach draußen damit abflog:              

An Himmelfahrt, Donnerstag, 14.Mai 2026, hat die Uhu-Mutter ein Ei aus dem Gelege entfernt - zu beobachten im Livestream um 21:33:28 Uhr

Bildschirmfoto: NABU-MR

Ein Uhu-Weibchen, das ein Ei aus seinem Gelege entfernt oder „entsorgt“, handelt instinktgesteuert, um den Bruterfolg der verbleibenden Eier zu sichern oder um Energie zu sparen. Dieses Verhalten, auch als Brutpflege oder Gelegereduzierung bekannt, kann verschiedene Ursachen haben:   

  • Unfruchtbarkeit oder beschädigtes Ei: Uhus bemerken oft, wenn ein Ei nicht befruchtet ist oder der Embryo abgestorben ist. Solche Eier werden entfernt, um Platz zu schaffen und keine Energie in eine vergebliche Brut zu investieren.
  • Mangelndes Nahrungsangebot: Wenn die Nahrungsquelle in der Umgebung nicht ausreicht, kann das Weibchen die Gelegegröße reduzieren (Gelegereduzierung), um sicherzustellen, dass sie selbst überlebt und die verbleibenden Küken genügend Nahrung erhalten.
  • Störung oder Stress: Häufige Störungen am Brutplatz (durch Menschen, Prädatoren oder Wetter) können dazu führen, dass das Weibchen ein Ei entfernt, besonders wenn das Gelege bereits gestört wurde.
  • Optimierung des Bruterfolgs: In extremen Fällen, wenn beispielsweise der Partner verschwunden ist oder die Bedingungen extrem schlecht sind, kann ein Weibchen ein "Nachgelege" beginnen, indem es die erste Brut aufgibt.
  • Nährstoffmangel: Manchmal fressen Weibchen unbrauchbare Eier, um wichtige Mineralien wie Calcium nach der Eiablage zurückzugewinnen.

Dieses Thema im Programm: Sendung: hessenschau.de, "Weiteres Uhu-Ei in der Marburger Elisabethkirche", 19.04.26, 15:17 Uhr


Kommunikation aus dem Ei

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Vogelküken nehmen schon vor dem Schlüpfen ihre Umgebung wahr und reagieren darauf. Sie kommunizieren sowohl mit ihrer Mutter, als auch mit anderen Küken im Nest. Dabei nutzen sie ihre Stimme nicht nur, um sich gegenseitig kennenzulernen.
Kommunikation aus dem Ei.pdf
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Wenn alles reibungslos verläuft, wird mit dem Schlupf von „juhu 4“ und „juhu 5“ um den 19. Mai gerechnet – live zu beobachten über die installierte Kamera.